Das kleine Meike 7.5mm f/2.8 Fisheye für große 360° Panoramen!
Meike 7.5mm f2.8 Fisheye am Novoflex Slant Panoramakopf
Diagonaler Bildwinkel 190°, Naheinstellgrenze 15cm, 290g schwer, Fokus und Blende werden manuell am Objektiv eingestellt. Hört sich gut an, besonders, wenn man damit Panoramen erstellen möchte! Bevor ich hier meine Erfahrungen mit dem brandneuem Meike 7.5mm f/2.8 Fisheye in der Panoramafotografie schildere möchte ich kurz auf die Unterschiede zum Meike 8mm f/3,5 Fisheye eingehen, was bei diesem Hersteller schon längere Zeit im Programm ist:
Der Unterschied zum alten 8er Fisheye
Das "alte" Meike 8mm f3.5 mit Novoflex VR-System Slant in der Panoramafotografie 2018 hatte ich mal das Meike 8mm f/3,5 Fisheye für „Speedpanoramen“ ausprobiert und war vom großen Bildwinkel und der damit verbundenen Tauglichkeit für vollsphärische Panoramen, aufgenommen mit nur 4 Einzelaufnahmen, sehr angetan, siehe hier. Auch in Punkto optischer Qualität muss sich dieses Objektiv nicht hinter anderen verstecken.

Das Fisheye ist ursprünglich eine Konstruktion für Spiegelreflexkameras; ich benutzte beispielsweise die Version für Canon DSLRs und dazu einen Adapter für meine Sony Alpha 7RII, siehe Abbildung links. Für Versionen für spiegellose Kameras (z.B. Fuji, Canon M, Sony E, MFT) konstruiert der Hersteller das Objektiv nicht neu, sondern verlängert einfach den hinteren Tubus und stattet diesen mit dem entsprechenden Anschluss aus, sodass auf einen Adapter verzichtet werden kann.

Das neue 7.5er Fisheye, ausschließlich für spiegellose Kameras!
Neu auf dem Markt ist seit kurzem das Meike 7.5mm f/2.8 Fisheye. Im Unterschied zum 8mm eine reine Konstruktion für spiegellose Systemkameras. Trotz höherer Lichtstärke konnte das Objektiv somit kleiner und leichter konstruiert werden. Durch das kürzere Auflagemaß profitiert dabei vermutlich auch die Bildqualität.
Das Meike 7.5mm f/2.8 Fisheye am Novoflex VR-System Slant für sphärische Panoramen
Oben zu sehen, wie ich das 7.5er für die Panoramafotografie einsetze: Am Novoflex VR-System Slant mit Panorama Q=6/8 II Drehplatte und Dreibeinstativ TRIO C2844.

Übrignes, beide Objektive, das alte 8er und das neue 7.5er sind für Sensoren in APS-C Größe oder kleiner ausgelegt, was mich natürlich nicht davon abgehalten hat, meine Exemplare an einer Vollformatkamera zu montieren um den größt möglichen Bildwinkel zu nutzen, auch wenn es dann am Rand zu Abschattungen kommt und die nicht abnehmbare Gegenlichtblende des Meike 7.5mm f/2.8 in den Einzelaufnahmen zu sehen ist, siehe unten:

4 Einzelaufnahmen aus einer Vollformatkamera mit Abschattungen am Bildrand, die irrelevant sind!
Bilder oben: 4 Einzelaufnahmen, aufgenommen mit meiner Vollformatkamera

Nun gut, wie die Ränder der Einzelaufnahmen aussehen interessiert mich eher weniger, was zählt ist die Qualität das lückenlose, vollsphärische Panorama, aufgenommen mit nur 4 Einzelaufnahmen. Und siehe da, wenn man als Panoramakopf den Novoflex Slant verwendet, der die Kamera horizontal um 60° und vertikal um ca. 8° neigt um die Überlappung der Einzelaufnahmen zu optimieren, stört auch die Gegenlichtblende des 7.5er an einer Vollformatkamera nicht mehr. Der Bildwinkel ist so groß, dass diese nicht wie bei anderen Objektiven entfernt „rasiert“ werden muss. Eine super Sache, denn die Gegenlichtblende vermindert nicht nur Streulicht, sie ist auch nötig um den Objektivdeckel beim Transport zu halten und somit die nach außen gewölbte Frontlinse zu schützen.

Ja, es funktioniert, sogar sehr gut!
Screenshot Software PTGui, Fenster Panorama-Editor
Um es nochmal auf den Punkt zu bringen: 4 Einzelaufnahmen ohne Entfernen der Gegenlichtblende bei Verwendung einer Vollformatkamera und „Slant“ Panoramakopf reichen für ein lückenloses, vollsphärisches 180° x 360° Panorama. Selbst wenn man den Panoramakopf um 8° nach oben neigt um die Qualität des Zenits zu optimieren bleibt der Nadir geschlossen, siehe hier...
Hyperfokale Distanz und Tiefenschärfe
Ich schreibe hier nur von meinem Exemplar und weiß nicht ob es eine Serienstreuung gibt: Beim, laut Skala am Fokusring eingestelltem Wert mittig zwischen 0,5m – 1m und Blende 8 habe ich mit meiner Sony Alpha 7RII eine Tiefenschärfe von ca. 40cm bis Unendlich erzielt. Diese Werte habe ich experimentell ermittelt und sie für meine Testpanoramen benutzt. Nah und Fern in einer Aufnahme scharf abbilden zu können gehört zu den Vorteilen von Fisheyeobjektiven wie diesem!
Gegenlichtverhalten
Die Wahrscheinlichkeit sich aufgrund des großen Bildwinkels ein paar Lensflares einzufangen ist bei allen Objektiven dieser Bauart natürlich groß. Platziert man die Sonne direkt in der Bildmitte entsteht eine kreisförmige Struktur, die die Aufnahme mehr oder weniger unbrauchbar macht.

Lensflares wenn Sonne genau mittig und ausßermittig
Sonne genau in der Mitte, gebogener Lensflare störend, da im bildwirksamen Bereich des späteren Panoramas Sonne etwas außermittig, Lensflares im nicht bildwirksamen Bereich des späteren Panoramas
Besser ist es die Sonne oder starke Punktlichtquelle im rechten oder linken Bereich so zu platzieren, dass Flares beim Blick durch den Sucher in einem Bereich erscheinen, der für das Panorama später nicht benutzt wird, z.B. im durch die Gegenlichtblende abgeschatteten Randbereich. Empfehlenswert ist dann eine sofortige Bildkontrolle nach der Aufnahme. Der hintere Monitor ist dafür bei grellem Sonnenlicht eher ungeeignet, der elektronischen Sucher der spiegellosen Kamera hingegen ideal. Auf diese Weise lassen sich größere Lensflares im Endergebnis wirkungsvoll unterdrücken, einzig ein paar dominante, lange Strahlen lassen sich in greller Szenerie kaum vermeiden, diese können andererseits auch sehr stimmungsvoll wirken und das Ergebnis aufwerten. Zu sehen sind diese Strahlen in einigen meinen Testpanoramen hier...
Schärfe und Auflösung
Hiervon war ich bei meinen Tests wirklich positiv überrascht. Mit meiner 42 MPixel Vollformat Sony harmoniert das Objektiv perfekt, ein Nachschärfen in der Postproduktion ist kaum nötig. Details gehen, auch am Bildrand, keineswegs verloren, wenn man mit der von mir bevorzugten Blende 8 fotografiert.
Chromatische Aberration
...ist an kontrastreichen Kanten vorhanden, lässt sich aber in der Postproduktion mit nur wenigen Klicks entfernen.
Makrofähigkeit
Auch im Nahbereich lässt sich das Objektiv wegen des riesigen Bildwinkels, der großen Tiefenschärfe und der kompakten Abmaßen hervorragend für Panoramen einsetzen, z.B. für das klassische Kühlschrank Motiv wie hier...

Kühlschrank Panorama Making of
Winkelunabhängigkeit der Eintrittspupille
Die Position der Eintrittspupille ändert sich mit unterschiedlichen Einfallswinkeln kaum, d.h. sehr konstanter „No-Parallax-Point“ und beim Stitchen erhält man Kontrollpunkte mit nur wenig Abweichung, vorausgesetzt der Panoramakopf ist richtig eingestellt. Bei meinen Tests war die größte Abweichung etwa 1 Pixel und dies ist, im Vergleich zu anderen Objektiven ein super Wert!

Screenshot PTGui Optimierer
Was mir an diesem Objektiv gefällt
Meike 7.5mm f2.8 Fisheye am Novoflex VR-System Slant und Einbeinstativ
  • 4 Aufnahmen mit einer Vollformatkamera reichen für ein vollsphärisches 360° x 180° Kugelpanorama, wenn man einen "Slant" Panoramakopf verwendet. Die Gegenlichtblende muss dabei nicht entfernt werden. Der Bildwinkel des Objektivs ist für diese schnelle Art der Panoramafotografie ideal.

  • Nur sehr geringe Abhängigkeit der Eintrittspupille vom Einfallswinkel, d.h. bei gut eingestelltem Panoramakopf absolut kein Parallaxeneffekt ohne Stitchingfehler.

  • Das Meike ist klein und leicht, somit ideal für die Reise- und Reportagefotografie, auch in Kombination mit einem Einbeinstativ wie links abgebildet.

  • Bajonett und Gehäuse sind aus Metall gefertigt.

  • Sehr gute Schärfe bei der in der Panoramafotografie gebräuchlichen Blende 8.

  • Systembedingt eine außerordentlich hohe Tiefenschärfe!

  • Im Vergleich zu ähnlichen Objektiven sehr schöner Sonnenstern (Abbildung von Punktlichtquellen): 14 Strahlen abwechselnd lang und kurz. Der Stern ist bei der bevorzugten Blende 8 bereits sehr schön ausgeprägt und wird bei Blende 11 noch etwas schöner.

  • Preis ist vergleichsweise sehr günstig!

Was mir nicht so gut gefällt
  • Gegenlichtblende aus dünnwandigem Kunststoff, innen nicht mattiert.

  • Objektivstülpdeckel hält beim Transport nicht besonders gut.

  • Blendenring rastet zwar ist aber für meinen Geschmack zu leichtgängig. Auch den Fokusring halte ich für zu leichtgängig.

  • Das Gegenlichtverhalten muss bei der Aufnahme überprüft und gegebenfalls der Winkel zu Lichtquelle angepasst werden.
Mein Fazit
Für das Vorhaben aus nur 4 Aufnahmen mit einer Vollformatkamera die komplette 180° x 360° Kugel zu erstellen gibt es meiner Meinung nach momentan kein besseres Objektiv! Auch wegen des erschwinglichen Preises meine volle Empfehlung.

Gekauft habe ich das Meike 7.5mm f/2.8 Fisheye hier (Amazon affiliate Link, bezahlte Werbung)

Und hier einige Ergebnisse...

Tespanoramen Meike 7.5mm f2.8
Jan Röpenack, im September 2022
Google Street View trusted
Home News Beispiele Aufnahme Geräte Software Workshop Tips Links Impressum Datenschutz