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| Ein tschechischer Fotograf postete neulich auf facebook: „Google tour - 1 day shooting, 3 days postprocessing, 341 linked panos, each for 2.9 USD = horrible reward“. Gefolgt von zahlreichen Kommentaren anderer Fotografen, die sich beklagten warum jemand die Preise so drückt und was das für ein Irrsinn sei.
Aber jeder Fotograf sollte auch rechnen können: 341 Panoramen für je 2,90$ macht 988,90$ und dass in 4 Tagen. Mit vollen Auftragsbüchern würde dies einem Monatseinkommen von knapp 5000$ entsprechen! So schlecht ist das gar nicht. Und dann bleibt natürlich die Frage, die sich wohl viele der facebook-Mitleser gestellt haben: „Würde ich das zu dem Preis auch machen?“ Mich hat aber eine ganz andere Frage beschäftigt: Welche Ausrüstung wäre für solch einen Auftrag ideal? Ich fasse einmal die Anforderungen und mögliche Lösungen zusammen:
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| Bei einem 8 mm Fisheye an einer Vollformatkamera kommt man mit 4 Einzelaufnahmen aus. Gut und preisgünstig ist das Samyang 8mm f/3.5 Fisheye und dessen baugleiche Varianten mit den Markennamen Walimex Pro, Dörr, Rokinon, Vivitar, Opteka, Bower, Polar, Falcon, Ennex und andere. Ich hatte 2012 schon mal darüber berichtet, sehen Sie hier. | |||
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| Neu auf dem Markt und derzeit eines der preisgünstigsten Fisheyeobjektive ist das Meike 8 mm f/3,5. |
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| Ich bin mir nicht ganz sicher ob es baugleich mit o.g. Samyang Varianten ist, denn das Gehäuse hat eine leicht andere Bauform und die Blende 9 anstelle von 6 Blendenlamellen, was einen sehr ansprechenden Sonnenstern erzeugt. |
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| Da es momentan für unter 200,- € angeboten wird habe ich es aus Interesse gekauft und ausprobiert. Beim Anschluss entschied ich mich für Canon EOS, sodass ich es an meiner Canon wie auch an meiner Sony-Kamera per Adapter nutzen kann. | |||
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| Fokus und Blende werden bei diesem Objektiv manuell eingestellt, was ein großer Vorteil ist, denn so lassen sich Fehleinstellungen bei den Aufnahmen vermeiden. Blende 8 und Fokus auf 1,5 m bringen bei meinem Exemplar die beste Bildqualität und eine Schärfentiefe, die von 30 cm bis unendlich reicht, ideal also für Panoramen. Mit Hilfe eines Klebestreifens lassen sich diese Wert am Tubus fixieren. Vor Ort muss dann nur noch die Belichtungszeit angepasst werden. | |||
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| lässt sich glücklicherweise einfach abschrauben, sodass sie bei einer Vollformatkamera nicht ins Bild ragt. An einer Kamera mit Sensor in APS-C Größe kann sie natürlich verwendet werden. Allerdings sind bei solch einer Kamera 6 anstatt 4 Aufnahmen für ein vollsphärisches Kugelpanorama nötig und es entsteht eine Lücke im Bodenbereich. Für „Speedpanoramen“ würde ich daher eine Vollformatkamera bevorzugen. | |||
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| Beim Vollformatsensor (Aufnahme oben) werden zwar die Ecken beschnitten, dafür ist der Bildwinkel aber erheblich größer als beim Sensor in APS-C Größe (Aufnahme unter). Hier gut zu erkennen an den Bäumen auf der linken Seite. |
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| macht das Objektiv einen hervorragenden Eindruck: Die Abbildungsqualität ist mindestens auf dem Niveau der o.g. Samyang Varianten. Schärfe und Kontrast sind, vor allem in der Bildmitte hervorragend. Ein leichter Randabfall lässt sich erkennen, was nicht allzu dramatisch ist, da dieser in der Panoramafotografie, bei ausreichend Überlappung ohnehin nicht bildwirksam ist. Ein paar Testaufnahmen zum Download und in voller Auflösung finden Sie in meinem flickr Album hier |
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| Der Tubus ist komplett aus Metall, nur die abnehmbare Gegenlichtblende ist aus Kunststoff gefertigt. Das Gewicht beträgt 605 g mit Deckel und Blende bzw. 560 g ohne Zubehör. In der Länge misst es ca. 90mm und natürlich gibt es kein Filtergewinde bei einem Objektiv, welches über 190° abbildet. Der Fokusring läuft butterweich und die Blende rastet sauber. | |||
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| Das Stitchen der Einzelaufnahmen mit PTGui ist wirklich einfach und liefert hervorragende Ergebnisse, sofern der Panoramakopf bei den Aufnahmen richtig justiert war: Die 4 Aufnahmen in PTGui laden, „Camera / lens parameters“ auf „Circular Fisheye“ stellen und den Crop Kreis festlegen. Anschließend auf „Align images“ klicken und das Ergebnis im Panorama Editor kontrollieren. Mit F5 wird dann nur noch das Ergebnis optimiert und mit „Create Panorama“ ausgegeben, fertig. Möchte man noch das Stativ im fertigen Panorama entfernen, benötigt man zusätzlich ein fünftes Bild vom Boden, was die Sache zeitaufwendiger macht, mehr dazu weiter unten. |
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| Sehr hilfreich ist die Funktion „Make Default“. Hier kann man sich eine Vorlage anlegen, in der die wichtigsten Einstellungen wie z.B. die „Camera / lens parameters“ und der Crop Kreis gespeichert werden. Verarbeitet man nun sehr viele Panoramen, die alle mit derselben Ausrüstung aufgenommen wurden, erspart man sich jeweils das ständige Eingeben derselben Werte, was den Workflow erheblich beschleunigt. Und wer mit einem langsamen Rechner arbeitet kann die Funktion „Save and send to batch stitcher“ nutzen. Das Stitchen des Panoramas wird dann im Hintergrund erledigt, während sich der User schon mit dem nächsten oder übernächsten Projekt beschäftigt. |
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Bei meinen übrigen Testpanoramen habe ich das Stativ mittels einer fünften Aufnahme vom Boden und der PTGui Viewpoint Correction (mein Video hier) entfernt. Eine Methode, die gut funktioniert und beeindruckende Ergebnisse liefert, allerdings den Workflow um etwa 20 Minuten pro Panorama verlängert. Wer dies bei kommerziellen Projekten anbietet, sollte sich den Mehraufwand auch dementsprechend bezahlen lassen. Einfacher ist es das Logo des Auftraggebers anstelle des Stativs einzuarbeiten. Dies funktioniert hervorragend mit der Software Pano2VR. Hier ein Beispiel. |
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| Mit dem Meike 8 mm f/3.5 Fisheye komme ich je nach verwendeter Kamera auf folgende Ausgabegrößen für ein vollsphärisches Panorama: | |||
Das ist deutlich mehr als man mit den heutigen „One Shot“ Lösungen erreichen kann. |
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| Technisch sind heute „Speedpanoramen“ in einer hohen Qualität sicherlich kein Problem mehr. Und mit hoher Qualität meine ich alles, was über dem Niveau ist, was man zu 99% auf Google Street View sieht. Den Aufnahmevorgang schaffe ich deutlich unter einer Minute. Mehr Zeit verbringe ich damit, von einem Standpunkt zum nächsten zu gehen oder die Ausrüstung wieder zusammen zu packen. Für die Postproduktion benötige ich pro Panorama vielleicht zwei Minuten, wenn das Stativ nicht retuschiert wird. |
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Die oben genannten Produkte finden Sie im Online-Handel unter anderem hier: (bei den affiliate Links handelt es sich um bezahlte Werbung)
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| Übrigens, ich bin jetzt zertifizierter Google Street View-Fotograf! | |||
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Jan Röpenack, Ostern 2018
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